Video
1: Spuren des Teerbrennens im Gelände
2: Errichtung eines Meilers
3: Teerbrennerei
4: Beschaffung der Kienhölzer
5: Teerausbeute
6: Teer-Rudern
7: Fassbinderei
8: Bau eines Teerbootes

Errichtung eines Meilers

Unmittelbar nach dem Auftauen des Bodeneises wurde der Grund für den Holzteermeiler gesäubert. Für den Standort wählte man vorzugsweise eine humus- oder sandhaltige Böschung, damit die Vertiefung für Teerfass und Teerablaufrohr nicht zu tief eingegraben werden musste. Der Boden wurde trichterförmig ausgehoben und mit Ton und Sumpfschlamm abgedichtet. Der Meilerboden wurde noch mit einer Schicht Tannenrindenschnitzel ausgelegt. Manchmal verwendete man hierfür auch Birkenrinde. Vom Meilerboden führte nach außen ein Holzrohr bzw. die „Pfeife“, durch die der Teer in das Fass, das in einer Art Meilervorraum stand, abfloss. Der Meilerrand wurde mit frischen Laubästen belegt, auf die dann harzhaltige Kienhölzer aufgeschichtet wurden. Die Kienhölzer wurden radial angeordnet. In der Mitte, über der Trichteröffnung des Meilers, wurde ein Holzstapel angeordnet, damit die Öffnung sich nicht verstopfen konnte. Der Meiler wurde dann mit Torf und schließlich noch zur besseren Abdichtung mit Humus abgedeckt. Um den torfbedeckten Meiler herum wurden lange Holzstangen zur Beschwerung des Torfs aufgestellt, damit der Torf nach dem Anzünden nicht herunterfallen konnte. Die Aufschichtung eines großen Holzteermeilers nahm mehrere Tage in Anspruch. Die Arbeiten wurden von einem speziellen Meiler- oder Brennmeister, für den es im Finnischen verschiedene Bezeichnungen gab, überwacht.